Be­schaf­fungs­stan­dard 2021 - Kon­sum­gü­ter (Er­näh­rung, Tex­ti­li­en, Pflan­zen)

Beschreibung

Der Beschaffungsstandard ist ein praktisches Hilfsmittel zur Umsetzung einer nachhaltigen Beschaffung in kleinen und mittleren Gemeinden. Er setzt Massstäbe oder verweist auf bestehende Beschaffungskriterien und Labels in den sechs Bereichen Papierprodukte, IT und Geräte, Innenbeleuchtung, Reinigung, Konsumgüter (Ernährung, Textilien, Pflanzen) und Fahrzeuge. Im Folgenden finden Sie die Informationen zum Bereich Konsumgüter (Ernährung, Textilien, Pflanzen) aus dem Beschaffungsstandard 2021.

Beim Einkauf von Lebensmitteln, Textilien, Blumen und anderen Konsumgütern oder Dienstleistungen achtet die Gemeinde auf ökologische und soziale Kriterien und Labels.



Beispiele:

  • Leitungswasser: Statt von weit her transportiertes und verpacktes Mineralwasser trinken Mitarbei­tende und Gäste Leitungswasser, welches bis zu 1000-mal umweltfreundlicher ist. Allenfalls lohnt sich die Anschaffung eines Sprudelgerätes für die Herstellung von Wasser mit Kohlensäure.

  • Verpflegung: Wird bei Anlässen der Gemeinde eine Verpflegung angeboten (Apéros, Nacht­essen, Kaffeepause etc.), sind die Produkte wenn immer möglich saisonal, lokal, biologisch und bevorzugt vegetarisch. Beim lokalen Anbieter (Cateringfirma, Bäckerei, Weinhandlung, Restaurant) sind entsprechende Produkte zu bestellen. Beispielsweise: lokaler Wein, ein­heimischer Käse, saisonale Früchte und Gemüse, Fairtrade-Schokolade etc. >> mehr dazu

  • Verpflegungsdienstleistungen: Gemeinden mit Gastrobetrieben für Gruppenverpflegung (Schulen, Kitas, Spitäler, Heime) setzen sich dafür ein, dass diese Grossküchen eine möglichst biologisch und regional produzierte, saisonale, leicht fleischreduzierte Verpflegung anbieten. Weiter motiviert die Gemeinde diese Betriebe Foodwaste zu reduzieren und den mit der Logistik verbundenen und betriebsinternen Energieverbrauch zu minimieren.
    Für ausführlichere Informationen:
    Merkblatt Lebensmittel
    Merkblatt Verpflegungsdienstleistungen
    Gemeinschaftsgastronomie
    Qualitätsstandards für gesundheitsfördernde Gemeinschaftsgastronomie
    Details zu tierischen Produkten, Getränken, Foodwaste, Caterer etc.

  • Veranstaltungen: Bei Grossanlässen auf Gemeindegebiet (Chilbi, Herbstfest, Gewerbeschau, Sport- und Kulturveranstaltungen etc.) weist die Gemeinde die Veranstalter auf Nachhaltigkeitsaspekte hin: Strom und Wärme aus erneuerbarer Energie (z.B. Solarstrom, mobile Pelletsheizung für temporäre Hallen), CO2-Kompensation, saisonale und regionale Lebensmittel an Verpflegungsständen, Abfall und Geschirrkonzept, Mobilität etc.
    Für ausführlichere Informationen:
    Website Saubere Veranstaltung
    Website Nachhaltige Veranstaltung
    Flyer Umweltfreundliche Veranstaltung
    Website Mobile Pelletsheizungen

  • Geschenke: Gibt die Gemeinde Geschenke oder Give-Aways ab, sind diese nachhaltig, sehr nützlich, saisonal und lokal. Sie verbrauchen wenig Ressourcen, verursachen wenig Abfall, enthalten möglichst wenig Plastik und keinen Sondermüll (Batterien). Idealerweise stammen sie von lokalen Geschäften und enthalten einen Aufkleber der Gemeinde.
    Details zu Give-Aways

  • Alltagsprodukte: Beim Kauf von Produkten für den Alltag in Schulen und Kitas (Spielsachen, Textilien, Büromaterial) werden ökologische und soziale Aspekte berücksichtigt. Details dazu liefert der Beschaffungs­leitfaden von Pusch «Ökologisch Material einkaufen – für Schulen und Kitas» sowie das Merkblatt «Verpflegungsdienstleistungen».

  • Textilien: Arbeitskleider von Gemeindeangestellten (Werkhof, Pflegeheim, etc.) sowie Bett- und Frottierwäsche werden in Fairtrade- und Biobaumwolle-Qualität eingekauft. Mehr dazu und entsprechende Labels im Merkblatt «Textilien» und beim BAFU.
    Künftig kann für die klimaoptimierte Beschaffung der «Nachhaltigkeitsrechner Texti­lien» beigezogen werden. Er ist bis Ende 2021 noch in Testphase beim Umwelt- und Gesundheitsschutz Zürich.

  • Blumen: Blumenschmuck besteht hauptsächlich aus saisonalen, einheimischen oder fair gehandelten Blumen (z.B. Fairtrade Max Havelaar). Besonders im Winter­halbjahr sind lang haltende Pflanzen und Gestecke gegenüber schnell welkenden Blumen zu bevorzugen.

  • Grün- und Freiflächen: Bei Rabatten und anderen öffentlichen Bepflanzungen sind einheimische, standortgerechte Pflanzen zu bevorzugen und eine ökologische Bewirtschaftung anzustreben. Für die Planung und Bewirtschaftung von Grün- und Freiflächen sowie für naturnahe, an das künftige Klima angepasste Räume dienen die «Planungshilfe Grün- und Freiflächen» sowie die Grünraum-Merkblätter.


Der Beschaffungsstandard von Energiestadt ist nur für Mitglieder des Trägervereins Energiestadt abrufbar unter www.energiestadt.ch/de/katalog-energiestadt/interne-organisation/5-2-interne-prozesse/beschaffungsstandard-1200.html

Nichtmitglieder können den Beschaffungsstandard beim Trägerverein Energiestadt kostenlos bestellen: Geschäftsstelle Trägerverein Energiestadt, info@energiestadt.ch +41 61 965 99 00

Informationen

  • Typ
    Wissensblock
  • Publizierende
    Energiestadt - info@energiestadt.ch
  • Publikationsdatum
    04.01.2021
  • Letzte Änderung
    04.01.2021
  • Verfügbare Sprachen
    Deutsch / Französisch